Editorial
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Das Jahr 2008 wird viele maßgebliche Entscheidungen und Veränderungen für diejenigen bringen, die sich in Praxis, Klinik und Wissenschaft um das Thema Adipositas bemühen. Der große Pressewirbel, den die ersten Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II) ausgelöst haben, zeigte wieder eindrucksvoll, wie öffentlichkeitswirksam das Thema Adipositas sein kann. Einige Ergebnisse entsprachen den Erwartungen, andere waren eher überraschend oder räumten mit alten Vorurteilen auf. Auf Seite 26 dieses Hefts können Sie noch einmal die Zusammenfassung wichtiger Details nachlesen. Alle Beteiligten, und insbesondere die Deutsche Adipositas-Gesellschaft, müssen sich mit der Frage befassen, inwieweit die Daten Konsequenzen für sinnvolle Strategien für Prävention und Therapie haben können, nicht zuletzt auch im Hinblick auf den von der DAG formulierten Nationalen Aktionsplan gegen Übergewicht. Das Problem ist erkannt und immer wieder in einer großen Öffentlichkeit diskutiert. Nun muss die breite Unterstützung, die beispielsweise durch eine Vielzahl von Fachgesellschaften gegenüber dem Nationalen Aktionsplan dokumentiert wurde, ausgenutzt werden. Sehr sinnvoll ist es auch, dass sich in dem gegenwärtig durch das Nationale Aktionsforum Diabetes mellitus zur Diskussion gestellten Eckpunktepapier zu einem Nationalen Aktionsplan Diabetes mellitus klar die Handschrift maßgeblicher Mitglieder der Deutschen Adipositas-Gesellschaft wiederfindet, namentlich des seit Initiierung des NAFDEM für den Bereich Prävention verantwortlichen Professor Hans Hauner sowie von Professor Manfred Müller als Präsident der DAG. Zu klären bleibt die Frage, inwieweit sich aus den beiden nationalen Aktionsplänen im weiteren Verlauf ein gemeinsames Miteinander (wie es sich jetzt andeutet) weiterentwickeln kann. Schon ein Nebeneinander wäre wenig hilfreich, und ein Gegeneinander muss natürlich unbedingt verhindert werden. Durch den engen Dialog insbesondere von Deutscher Adipositas-Gesellschaft und Deutscher Diabetes-Gesellschaft sind wir hier aber auf einem guten Weg. Ähnliches gilt für die auf den Weg gebrachten BMBF-Kompetenznetzwerke im Bereich Adipositas und Diabetes. In beiden Forschungsinitiativen waren zahlreiche interdisziplinär aufgestellte Gruppen mit ihren Anträgen erfolgreich. Teils hatten bereits zuvor Adipositasforscher und Diabetologen eng zusammengearbeitet, zum großen Teil sind aber auch neue Kooperationen etabliert worden. Die Forschung auf den so wichtigen Gebieten Adipositas und Diabetes, die in Deutschland gegenüber vergleichbaren europäischen Ländern erheblichen Nachholbedarf hat, wird nicht nur durch die finanzielle Förderung, sondern besonders durch die bessere Vernetzung von Projektinitiativen einen deutlichen Aufschwung erleben. Es wäre sehr erfreulich, wenn sich dieses in den nächsten Jahren auf den Tagungen der DAG auch in den eingereichten Abstracts niederschlagen würde.
Nach der Jahrestagung in Köln wurden innerhalb der DAG weitere wichtige Weichen gestellt. Die Mitglieder wählten Professor Hans Hauner (München) gemäß der neuen Satzung in das Amt eines weiteren Vizepräsidenten, das gleichzeitig mit der Position des „President elect“ verbunden ist. Professor Hauner wird somit im Jahr 2009 das Amt des Präsidenten der DAG von Professor Müller übernehmen. Als Mediensprecherin der DAG wurde Frau Dr. Gerlach (Hagen) gewählt. Schon in den wenigen Wochen ihrer Amtszeit hat Frau Gerlach umfangreiche konzeptionelle Vorarbeiten zur Neuausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit der DAG geleistet, die sich auch zukünftig in AdipositasSpektrum als wichtigem Sprachrohr der DAG in der Öffentlichkeit niederschlagen. Neben der Unterstützung für AdipositasSpektrum wird Frau Gerlach sich jedoch mit einer aktiven Pressearbeit und inhaltlichen Bereicherung der DAG-Homepage darum bemühen, die Position der DAG in der Öffentlichkeit zu verbessern. Nicht nur die o.g. Nationale Verzehrsstudie, sondern eine Vielzahl anderer wichtiger Fragen werden in der Öffentlichkeit heiß diskutiert, genannt sei nur die Kennzeichnung von Lebensmitteln. Die DAG muss hier aktiv Position beziehen und wird das zukünftig in stärkerem Maße tun.
Herzliche Grüße
Ihr

